Warum lehnen wir Agrogentechnik ab?



1) Aus ethischen Gründen. Erstmals werden durch den Menschen neue Lebensformen geschaffen. Dabei werden zum Teil artfremde Gene in das Erbgut anderer Pflanzen und Lebewesen eingebaut. Der Mensch greift somit massiv in die Schöpfung ein.

2) Die Artenvielfalt ist durch den Einsatz von GVO (Gentechnisch veränderte Organismen) bedroht.
Zum einen werden traditionelle Zuchtverfahren und bewähre Sorten verdrängt, was Kleinbauern in den Schwellenländern - die zu 70% des Weltertrages an Nahrungsmitteln herstellen - existentiell bedroht. *1
Zum anderen schädigt das künstlich eingebaute Herbizid in Genpflanzen natürlich vorkommende Nützlinge z.T. ebenso wie die gefürchteten Schadinsekten. Bayerischer Himmel gibt sich die Ähre

Glyphosatspritzungen bei Gentechnisch veränderten Pflanzen reichern sich im Boden an, schädigen für die Biodiversität wichtige Lebewesen wie Mikroorganismen, Insekten, Vögel, Schmetterlinge usw. *2

3) Die Abhängigkeit der Landwirtschaft von den Konzernen wird durch die Einführung der Agrogentechnik größer werden. Durch Pflanzenschutzmittel, Dünger und Saatgutverträge mit den Konzernen, sowie den Patentrechten auf Lebewesen und der daraus resultierenden Lizenzpflicht, geht die Selbstbestimmung der Landwirte verloren.

4) Die Industrialisierung der Landwirtschaft wird in einem stärkeren Maße zunehmen. Die Einführung von Agrogentechnikpflanzen fördert die Monokulturen.

5) Die Forschung ist nicht unabhängig. Der überwiegenden Teil der Wissenschaftler, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen forschen, werden von internationalen Konzernen bezahlt. *3

6) Gesundheitsgefährdungen können nicht ausgeschlossen werden. In Toxizitätsstudien, in denen Säugetiere gentechnisch verändertes Futter bekamen, sind signifikante Veränderungen an Leber u.a. Innenorganen nachgewiesen worden.
Für bereits gesundheitlich Geschädigte ist eine Beweisführung gegen über den Herstellern sehr schwierig.
Schäden an der Landwirtschaft, an der Umwelt und an der Gesundheit der Menschen, die durch GVO verursacht wurden, werden von keiner Versicherung abgedeckt.

7) Eine Koexistenz von agrogentechnisch freiem Anbau (sowohl konventionell als auch ökologisch) ist mit Agrogentechnikpflanzen nicht möglich. Pollen von Gen-Pflanzen werden durch den Wind übertragen, durch Wildtieren verschleppt, durch Bienen- und Insektenflug weitergetragen. Eine sichere Abstandsregelung von GVO zu konventioneller Kultur ist in der Praxis nicht umsetzbar.

8) Viele Landwirte, vor allem ökologisch wirtschaftende, haben mit Abnehmern und Herstellern von Lebensmitteln vertragliche Vereinbarungen, dass ihre Produkte frei von Substanzen der Agro-Gentechnik sein müssen. Durch die Einführung der Agro-Gentechnik wären sie in Ihrer Existenzgrundlage gefährdet.

9) Durch eine unzureichende Kennzeichnung der Produkte haben Verbraucher kaum die Möglichkeit, sich bewusst gegen den Kauf von Nahrungsmitteln zu entscheiden, die gentechnisch erzeugt wurden. Der Einsatz von Gentechnisch veränderten Futtermitteln z.B bei Milch und Fleisch muß zur Zeit nicht angegeben werden. *4


Wissensvertiefung:
*1 http://www.weltagrarbericht.de/
*2 http://www.nabu.de/themen/gentechnik/
*3 http://www.denkmalfilm.de/
*4 http://foodwatch.de/kampagnen__themen/gentechnik/index_ger.html